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Publikation aus dem TraumaRegister DGU® : EbM-Preis 2016 der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie

16.11.2016

Die Publikation aus dem TraumaRegister DGU® "Prehospital administration of tranexamicacid in trauma patients" von Wafaisade et al. wurde zusammen mit einer weiteren Arbeit auf dem diesjährigen Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) mit dem EbM-Preis 2016 der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ausgezeichnet. Der Preis wird alljährlich für wissenschaftliche Arbeiten von hochklassiger methodisch-wissenschaftlicher Qualität verliehen, die beiden Preisträger wurden mit je 2.500 Euro dotiert.

In der Arbeit von Wafaisade et al. wurde erstmals für zivile Traumata untersucht, inwieweit die präklinische Gabe von gerinnungshemmender Tranexamsäure (TXA) bei Schwerverletzten einen positiven Einfluss auf das Überleben hat. Hierbei konnte gezeigt werden, dass TXA den Todeszeitpunkt hinauszögert und die frühe Überlebensrate signifikant erhöht.

Für diese Untersuchung wurden das TraumaRegister DGU® und ein Datensatz des ADAC miteinander kombiniert, der Angaben zur präklinischen Gabe von Tranexamsäure enthielt. So konnten im Register anhand eindeutiger Parameter Patienten identifiziert werden, denen vor ihrer Einlieferung durch den ADAC Tranexamsäure verabreicht worden war. Anschließend zog man die Traumaregisterdaten zum klinischen Behandlungsverlauf wie beispielsweise Vitalzeichen, Transfusionsparameter, Multiorganversagen oder Sepsis dazu heran, eine Aussage zur Überlebensrate mit und ohne präklinische TXA-Gabe zu treffen. Weitere Studien werden jedoch noch durchzuführen sein.

Das TraumaRegister DGU® steht allen Kliniken offen und wird neben Belangen der Qualitätssicherung für wissenschaftliche Studien herangezogen. Die Daten stammen aus den vier aufeinanderfolgenden Phasen Präklinik, Schockraum und OP, Intensivstation sowie Entlassung. Dies erlaubt Darstellungen und Analysen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen wie Epidemiologie, Ökonomie oder Lebensqualität. Zu Auswertungen aus dem TraumaRegister DGU® sind all jene Kliniken berechtigt, die über wenigstens zwei Jahre hinweg mit dem sogenannten Standardbogen eingegeben haben und mindestens 75 Prozent der Patientenzahlen dokumentieren, die durchschnittlich von Kliniken der gleichen Versorgungsstufe eingegeben werden.

Mit über 700 teilnehmenden Kliniken ist das TraumaRegister DGU® eines der weltweit größten Schwerverletztenregister. Neben vorwiegend europäischen Nationen nehmen auch Länder aus Übersee, wie etwa die Vereinigten Arabischen Emirate, teil. Allein in 2015 konnten über 40.000 Fälle erfasst werden.