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Notfallkonferenz der DGU

09.12.2019

Am 29. November 2019 fand an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen mit über 200 Teilnehmern die nunmehr 3. gemeinsame Notfallkonferenz der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und des Sanitätsdienstes der Bundeswehr statt. Thema der diesjährigen Veranstaltung war die Sicherheit der Krankenhäuser bei lebensbedrohlichen Einsatzlagen.

Gerade auch die Kliniken selbst können zum Ziel eines Terroranschlags (TerrorMANV) werden oder in eine Bedrohungssituation durch Giftstoffe geraten. Auf der Veranstaltung, der Vertreter aus Unfallchirurgie und Notfallmedizin, den Rettungsorganisationen sowie Bundeswehr und Politik beiwohnten, standen neben Fachvorträgen zur Kliniksicherheit und dem Umgang mit radiologischen, chemischen und biologischen Gefahrenstoffen, Live-Demonstrationen von Einsatzübungen bei Strahlen- und Chemieunfällen auf dem Programm.

 

Die Krankenhäuser müssen Konzepte entwickeln um ihre eigene Sicherheit zu erhöhen. Hier stellt eine Gefahren- und Sicherheitsanalyse einen ersten Schritt dar, um mögliche Gefährdungspotentiale zu identifizieren und eventuelle Sicherheitslücken zu schließen. Gerade für Kliniken als frei zugängliche Institutionen ist eine Zugangskontrolle wichtig. Demgemäß wäre beispielsweise die Triage und Sicherheitsüberprüfung der Verletzten in den Außenbereich zu verlegen und auch das Personal beim Betreten der Klinik entsprechend zu kontrollieren. Ebenso sollte die Klinik abzuriegeln sein und die Zufahrt, etwa durch einen Rammschutz, erschwert werden. Zusätzlich ist eine Überwachung im Inneren erforderlich. Nicht zuletzt wird grundsätzlich empfohlen, auf regionale Gefahrenpotentiale wie etwa nahe gelegene Chemieanlagen zu prüfen. Die Behandlung und Dekontamination des Krankenhauses sollte geübt, und Patienten sowie Klinikpersonal bei Verdacht auf chemische oder radiologische Bedrohung auf entsprechende Kontamination untersucht werden.

 

Ein TerrorMANV stellt eine logistische und medizinische Ausnahmesituation dar, die vorab eingeübt werden muss, damit im Ernstfall angemessen und rasch gehandelt werden kann. Leider sind Notfallübungen mit hohen Kosten verbunden, so dass sie bislang von den Kliniken nicht routinemäßig durchgeführt werden können.

 

Hintergrund

 

Die Notfallkonferenzen sind Teil eines 5-Punkte-Plans der 2016 von DGU und Bundeswehr ins Leben gerufen wurde. Um die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Katastrophen- und Terrorfall besser gewährleisten zu können, werden Ärzte im Rahmen von Informationsveranstaltungen und speziellen Weiterbildungsformaten auf die besonderen Herausforderungen eines TerrorMANV vorbereitet.

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