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Unfallchirurgie positioniert sich zur Bewältigung von Terrorereignissen

04.11.2020

Anlässlich der jüngsten Terroranschläge in Nizza und Wien hat sich die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) in einer Presseerklärung zur Bedrohung durch Terroranschläge geäußert und die Notwendigkeit unterstrichen, in den Kliniken ausreichend auf die Bewältigung von Terror- und Amoksituationen vorbereitet zu sein.

Seit Längerem arbeitet die Fachgesellschaft daran, Mediziner für die Versorgung von Schuss- und Explosionsverletzungen auszubilden. Demgemäß wurde in der kürzlich veröffentlichten 3. Auflage des Weißbuch Schwerverletztenversorgung festgeschrieben, dass zertifizierte TraumaZentren DGU verpflichtet sind, sich auf die Bewältigung von Terrorereignissen adäquat vorzubereiten. Hiermit wurde erstmals eine verbindliche Empfehlung zur Bewältigung von lebensbedrohlichen Einsatzlagen ausgesprochen, denn ein Massenanfall von Verletzten bei lebensbedrohlichen Einsatzlagen (TerrorMANV) stellt eine bisher ungekannte Herausforderung dar. Nicht nur dass Rettungskräfte und Klinikpersonal eine hohe Anzahl Verletzter unter Zeitdruck schnellstmöglich versorgen müssen, hinzu kommen überdies die unüberschaubare Lage, ein nicht abzuschätzender Zustrom von Verletzten in die Klinik sowie nicht vertraute Verletzungsmuster durch Explosionen oder Schusswaffengebrauch.

Daher haben die DGU und der Sanitätsdienst der Bundeswehr bereits in der Vergangenheit gemeinsam den Kurs „Terror and Disaster Surgical Care“ (TDSC®) ins Leben gerufen. Hier können erfahrene Unfallchirurgen und Chirurgen lernen, medizinische Herausforderungen in einer Terrorlage zu bewältigen.

Das erstmals 2006 erschienene Weißbuch Schwerverletztenversorgung enthält Eckdaten zur personellen und strukturellen Ausstattung eines zertifizierten TraumaZentrum DGU®, um die bestmöglichen Überlebenschancen für Schwerverletzte zu gewährleisten. Diese Vorgaben werden aktuell von über 700 TraumaZentren erfüllt, die sich gemeinsam am TraumaNetzwerk DGU® beteiligen und deutschlandweit in über 50 regionalen TraumaNetzwerken zusammengeschlossen sind.